Bei aller Ernsthaftigkeit, wenn die Großmütter zusammenkommen, sprühen sie vor Lebensfreude und Lebendigkeit.
"sol..sol.. solidarité avec les femmes du monde entier." - 2015
Spontaner Tanz auf der Göttinnenkonferenz 2024 in Blaubeuren
Abschlussritual auf der Göttinnenkonferenz 2024
Im Frühjahr exportierten wir unsere Machtworte vom Rat der Großmütter nach Lesbos in das wunderschöne Seminargelände Milelja. Die Hüterinnen des Ortes, Uschi und Irini, waren begeistert und sofort bereit, die Anliegen der Großmütter – die ja auch ihre eigenen sind – zu unterstützen. Inzwischen liegen unsere Machtworte also auch auf der Insel aus. Am nächsten Morgen kam Irini mit diesem tönernen Kreis eindrucksvoller Großmütter und stellte sie auf den Kaminsims im Frühstücksraum – dorthin, wo die Schätze aufbewahrt werden. Sehr passend standen sie nun zwischen uraltem versteinertem Holz aus dem Versteinerten Wald. Wir fotografierten den Ahninnenkreis, der aus Mesopotamien stammt, von allen Seiten, um ihn zu Hause einer geschickten Töpferin in Auftrag zu geben. So sehr fanden wir uns in ihm als Rat der Großmütter gespiegelt! Aber es kam besser: am letzten Tag der Seminarreise bekamen wir den Kreis geschenkt für unseren Rat der Großmütter und als Zeichen der Verbundenheit zwischen den deutsch-griechischen Frauen und uns im Rat, wo er beim letzten Treffen Einzug gehalten hat.
Was uns an dieser Replik so gut gefällt, ist der Kreis.
Wir haben seit unserer Gründung die Erfahrung gemacht, dass es der Kreis ist, der uns die Arbeitsergebnisse schenkt. Der Kreis ist ein magischer Raum. Er verbindet, konzentriert, hält zusammen und ist gleichzeitig geöffnet ins Universum; er erhält so seine Kraft von den himmlischen Kräften, wird gleichsam „von oben“ inspiriert. Diese Kraft fließt im Kreis als kreative Energie von Mensch zu Mensch, um verwandelt als Botschaft, als Vision, als Machtwort, als Aktion den Kreis wieder zu verlassen und ins Außen gegeben zu werden. Wenn wir uns treffen, ist es selbstverständlich, dass wir im Kreis sitzen. Wir erkennen und benennen die magische Wirkung des Kreises und verzichten inzwischen fast völlig auf den Austausch über Telefon oder email zwischen den Treffen, da diese Medien oftmals Verwirrung stiften und zu kreativem Austausch nicht taugen; allenfalls zum Austausch von sachlichen Informationen. Was dabei fehlt, ist eben der Kreis, die Verbindung unter uns und die Anbindung an die göttlichen Kräfte, ohne die wir kein einziges unserer Machtworte „gefunden“ hätten.
Unser Kreis hat ein Zentrum. In diesem Zentrum sind die Dinge, die uns wichtig sind: Blumen oder Zweige als Geschenke der Natur; Licht in Form von Kerzen; der Großmütterkreis aus Ton als Spiegel unserer selbst; der Redestab aus Rumänien und unsere persönlichen Kraftgegenstände, die unser spirituelles Eingebundensein in den Kreis symbolisieren; und – nicht zu vergessen – die Urmutter aus dem Hohlen Fels. In diesem Zentrum sammeln sich aber auch unsere Erfahrungen, unsere Visionen, unsere Wünsche – kurz: all das, was uns als Großmütter in dieser Zeit der Zusammenkunft im Rat ausmacht. Nicht zuletzt legen wir in dieses Zentrum auch unsere eigene Unfähigkeit, die Machtworte wirklich umzusetzen. Sie sind Vision und Wunsch, Richtung und Ziel. Und vielleicht ist das Eingeständnis unseres eigenen Unvermögens der größte Schatz im Kreis. Beim wortlosen Darstellen des Machtwortes „Wir lieben“ wurde uns bewusst, dass wir nur dann lieben, wenn wir die Befähigung dazu aus der göttlichen Liebe geschenkt bekommen. Und das gilt für alle Machtworte.
Hier im Kreis lassen wir uns rufen, stellen uns zur Verfügung und sind offen füreinander und die göttliche Botschaft und Klarheit. Wir sind Empfangende und Gebende zugleich.
Der Kreis ist aber auch ein Schutzraum. Wir dürfen uns dort zeigen, wie wir sind – in unserer Verletzbarkeit und Unfertigkeit. Ohne diese „Gaben“ gäbe es nicht das oft mühsame Ringen um Worte und unsere Visionen würden in gewohnt patriachaler Weise zu Predigten werden, die niemand braucht, weil sie nicht mit Leben gefüllt sind. Weitere wichtige Gaben, die sich im Schutz des Kreises entfalten, sind Trauer und Zorn. Trauer über all das, was wir Menschen über Jahrhunderte der Erde und ihren Geschöpfen angetan haben oder zumindest antun ließen und der Zorn, der sich im Machtwort äußert. Wir erheben unsere Stimme zum lauten Protest.
Mitmachen?
Um diese Qualitäten des Kreises zu erhalten, können wir ihn nicht beliebig vergrößern. Es gibt deshalb den Beschluss, den Rat der Großmütter nicht zu erweitern. Wir haben die Vision, dass viele solcher Kreise entstehen, die sich verbinden, berühren, miteinander kommunizieren und wirken. Da die Geburt neuer Kreise unser Anliegen ist, stellen wir unsere Erfahrungen beim Entstehen zur Verfügung. Bei manchem entstehenden Kreis können wir bereits Hebammendienste leisten.
Alle Frauen, die die Kraft des Widerstandes in sich spüren, die Empörung über patriachale Verirrungen und den Schmerz über das daraus entstandene Leid, sollten aufstehen, sich zeigen und ein Machtwort sprechen. Wir alten Frauen haben durchaus etwas zu sagen und wir schweigen nicht länger!
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